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Hamburg/Köln, 25. November 2025
10 Jahre Weichen für Grundschulkinder stellen
Projekt zur Förderung von Viertklässlern wird mit Jubiläumsfeier an der Universität zu Köln gewürdigt

Das Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität zu Köln (ZfL) lädt am 5. Dezember zur Jubiläumsfeier anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Bildungsprojekts „WEICHENSTELLUNG für Viertklässler“ in Köln ein.

WEICHENSTELLUNG unterstützt Grundschulkinder auf ihrem Weg an die weiterführende Schule. Lehramtsstudierende begleiten die Kinder über zwei Jahre hinweg und fördern sie gezielt beim Lernen. Insgesamt 900 Kinder haben das Programm bisher durchlaufen oder nehmen aktuell daran teil. 300 Studierende waren bereits beteiligt und konnten im Rahmen des Projekts Teile ihrer Praxisphasen im Lehramtsstudium absolvieren.

Das von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS initiierte Projekt begann in Hamburg und wird inzwischen bundesweit an mehreren Standorten angeboten. In Köln setzt das Zentrum für Lehrer*innenbildung WEICHENSTELLUNG seit 2016 um – in enger Kooperation mit der Dr. Harald Hack Stiftung, die das Programm seit Beginn unterstützt und fördert. „Vom ersten Moment an hat die Initiative an der Universität zu Köln Begeisterung ausgelöst. Für das Engagement und die Entschlossenheit, mit uns gemeinsam in Köln für so viele Kinder erfolgreich die Weichen zu stellen, danke ich allen Beteiligten von Herzen - besonders der Dr. Harald Hack Stiftung für ihr Vertrauen in WEICHENSTELLUNG!“ - so Dr. Tatiana Matthiesen, die in der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS den Bildungsbereich leitet.

Regelmäßige Evaluationen zeigen, wie wirksam das Mentoring ist: Die Kinder verbessern ihre schulischen Leistungen, gewinnen Selbstvertrauen und entwickeln die Motivation, eigene Bildungswege aktiv zu gestalten. Gleichzeitig reflektieren die Studierenden ihre Berufswahl intensiver und steigern ihre berufliche Motivation. Das Projekt stärkt damit sowohl die Bildungswege der Kinder als auch die Professionalisierung angehender Lehrkräfte.

Da der Bildungserfolg in Deutschland noch immer eng mit der sozialen Herkunft verknüpft ist, setzt das Projekt gezielt dort an, wo Unterstützung fehlt. Es eröffnet Kindern neue Chancen und Perspektiven, die sie in ihrem Umfeld nicht immer erhalten. Seit Projektstart in Köln arbeitet das ZfL mit 15 Grundschulen und 50 weiterführenden Schulen zusammen. WEICHENSTELLUNG und ist heute ein fester Bestandteil der Kölner Bildungslandschaft.

Jubiläumsfeier zum zehnjährigen Bestehen

Zeit: 5. Dezember 2025, ab 16.00 Uhr
Ort: Aula 3, Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln, Gronewaldstraße 2, 50931 Köln 

Weitere Informationen hier und zur Anmeldung.  

Pressekontakt:
Merle Hettesheimer
Universität zu Köln, Zentrum für Lehrer*innenbildung
+49 221 470-5687
m.hettesheimer@uni-koeln.de

Hamburg, 15. Oktober 2025
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz erhält den Marion-Dönhoff-Preis 2025 / Der Förderpreis geht an EinDollarBrille e. V.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wird in diesem Jahr mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet. Die gemeinnützige Organisation EinDollarBrille e. V. erhält den Förderpreis. Das teilten die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, DIE ZEIT und die Marion Dönhoff Stiftung als ausrichtende Organisationen der jährlichen Vergabe des Marion-Dönhoff-Preis mit. Die Auszeichnungen sind mit jeweils 20.000 Euro dotiert.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird für seine Verdienste als Wächterin über das humanitäre Völkerrecht ausgezeichnet. Seit seiner Gründung setzt sich das IKRK in beispielloser Weise für die Opfer von bewaffneten Konflikten ein. „Weltweit nimmt die Zahl der Kriege wieder zu, während die Kriegführung brutaler und gewissenloser wird. In dieser bedrückenden Situation geht das IKRK als unparteiische Organisation seiner unverzichtbaren Arbeit nach. Was seine Mitarbeitenden in den Kriegs- und Konfliktgebieten leisten, oft unter großer persönlicher Gefahr, verdient höchste Anerkennung. Wie segensreich das IKRK wirken kann, zeigte sich in diesen Tagen bei der Freilassung der israelischen Geiseln und dem Austausch der palästinensischen Häftlinge“, so die Jury.

Den Förderpreis vergibt die Jury an den Verein EinDollarBrille e. V. für dessen Einsatz für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Sehschwächen. In verschiedenen Projektländern wie Kenia, Brasilien oder Indien ermöglicht der Verein einen bezahlbaren Zugang zu Sehhilfen, schafft Arbeitsplätze und trägt zur Befähigung der Menschen vor Ort bei. Der Zugang zu Sehhilfen ohne die Abhängigkeit von Dritten ist dabei oft der erste Schritt zu Bildung, Lebensqualität und gesellschaftlicher Teilhabe. „Die EinDollarBrille beweist, wie viel Integration durch einfache, aber wirkungsvolle Lösungen möglich ist“, so die Begründung der Jury.

Der Jury des Marion-Dönhoff-Preises gehören an: Friedrich Dönhoff (Autor), Norbert Frei (Historiker), Astrid Frohloff (Journalistin), Maja Göpel (Politökonomin), Manfred Lahnstein (Kuratoriumsmitglied der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS), Matthias Naß (DIE ZEIT), Janusz Reiter (Polnischer Botschafter a. D.), Heinrich Wefing (DIE ZEIT) und Anne Will (Journalistin).

In diesem Jahr vergeben die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, DIE ZEIT sowie die Marion Dönhoff-Stiftung den Preis zum 23. Mal. Die Verleihung findet am 30. November im Deutschen Schauspielhaus Hamburg statt. 

Pressekontakt:

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS,
Dorit Schartau – Pressesprecherin
Telefon:  040 41336870,
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de

Hamburg, 11. September 2025
Stipendien für Darstellende Künste der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS 2025: Förderung an sieben Künstler:innen vergeben

Sieben Künstler:innen und Kollektive aus Hamburg und dem norddeutschen Raum erhalten 2025 das begehrte Stipendium für Darstellende Künste der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Mit den Stipendien fördert die Stiftung Projekte, Konzeptionen, Recherchen sowie künstlerische Forschung zum Thema Ungewissheit und möchte den darstellenden Künstler:innen finanziellen Freiraum für innovative Ideen geben. Jedes Stipendium ist mit 10.000 Euro dotiert.

„Ungewissheit“ ist 2025 das zentrale Thema des Stipendienprogramms, mit dem die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS Künstler:innen und Kollektive der freien Szene in den Darstellenden Künsten in Hamburg und Norddeutschland unterstützt. Der zweite Jahrgang der Stipendiat:innen wurde aus einer Vielzahl von Bewerbungen von einer Fachjury ausgewählt. Nun wurden die Empfänger:innen bekannt gegeben.

Die Stipendiat:innen 2025 sind:

  • – das Kollektiv „Die Rote Meierei“ aus Dithmarschen in Schleswig-Holstein mit der Stückentwicklung „Schwank“, die politisch rechte Strukturen auf dem Land thematisiert;
  • – das Estupefacta Kollektiv aus Hamburg mit einer performativen Recherche zu emotional komplexen Erfahrungen von und mit Grundschulkindern;
  • – das Kollektiv „[in]operabilities“ aus Hamburg, das den Ansatz des inklusiven und vielsinnlichen Musiktheaters weiterentwickelt;
  • – Regisseur Mark Christoph Klee aus Hamburg, der fragile männliche Identität künstlerisch erforscht;
  • – Performancekünstler:in Marco Merenda aus Hamburg mit einer theatralen Recherche über die Trennung von Vertrautem;
  • – Regisseurin Mable Preach aus Hamburg mit einem interdisziplinären Performanceprojekt zu Aushandlungsprozessen und
  • – Kostüm- und Bühnenbildnerin Lani Tran-Duc aus Hamburg mit einer multimedialen Installation über Fragen der Diskriminierung von Frauen in und durch datengestützte Systeme;

Alle Künstler:innen werden für ihre innovativen Ansätze und die vertiefte künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Ungewissheit gefördert. Weitere Informationen zu den Stipendiat:innen 2025 und ihren Werken finden sie HIER.

Die Jury kommentiert ihre Auswahl: „Viele der Künstler:innen betrachten das Leitthema „Ungewissheit“ als einen individuell-emotionalen und gesellschaftlich-politischen Zustand, der nicht nur negativ zu bewerten ist. Vielmehr ist Ungewissheit die Antriebskraft für Kreativität und Veränderung, schafft Freiräume und ermöglicht im Verhandeln von scheinbaren Sicherheiten eine tiefere menschliche Verbindung. Eine große Sorge gilt dem gesellschaftlichen Rechtsruck und populistischen Strömungen, die mit den Ungewissheiten unserer Zeit ihren politischen Deal zu machen suchen – auf Kosten der Freiheit, gerade von diskriminierten Gruppen und Minderheiten, von Vielgestaltigkeit und einer dynamischen, zukunftsgerichteten gesellschaftlichen Entwicklung.“

Die Expert:innen-Jury setzt sich zusammen aus: Sonja Anders (Intendantin des Thalia Theaters), Matthias Schulze-Kraft (Künstlerischer Leiter des LICHTHOF Theaters), Peter Helling (freier Theaterkritiker u.a. für NDR), Daniel Dominguez Teruel (Musiktheaterregisseur, Stipendiat des Jahrgangs 2024) und Stefanie Jaschke-Lohse (Bereichsleiterin Kunst & Kultur bei der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS).

Ungewissheit als Gegenwart und Chance

Die rasante Entwicklung von künstlicher Intelligenz, der Klimawandel, internationale Kriege und Konflikte sowie die daraus resultierende ökonomische und politische Verunsicherung – Ungewissheit prägt unsere Gegenwart. Besonders in dieser Zeit übernehmen auch darstellende Künste die Rolle des Experimentierens, des Aufzeigens von Perspektiven und des Aushandelns komplexer Themen. Sie verarbeiten Zustände und Gefühle, regen zum Austausch an und geben Impulse. So können aus Ungewissheit auch Chancen entstehen, die Gestaltungsmöglichkeiten aufzeigen. Mit dem zweiten Jahrgang des „Stipendiums für Darstellende Künste“ unterstützt die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS deshalb sieben Künstler:innen und Kollektive, die sich in ihren Arbeiten dem komplexen Thema innovativ nähern und durch neue Perspektiven Freiheiten verteidigen und Orientierung geben.

Die Stipendien der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Die Stipendien für Darstellende Künste wurden 2024 von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ins Leben gerufen und richten sich an professionell produzierende Künstler:innen sowie künstlerische Kollektive aus allen Bereichen der Freien Darstellenden Künste, die in Hamburg oder Norddeutschland leben und arbeiten. Die Förderungen sollen eine vertiefte Auseinandersetzung, intensive künstlerische Befragung, transdisziplinären oder transkulturellen Austausch sowie neue kooperative Ansätze ermöglichen. Die Stipendien können für eine Vorbereitungs- und Recherchephase, die Fortführung oder Finalisierung eines Projekts genutzt werden. Das Stipendium für Darstellende Künste wird 2026 wieder vergeben.

Im Bereich der Darstellenden Künste, vor allem in der freien Szene, fallen künstlerische Recherche, aufwendige Forschungen und Projektkonzeptionen in der Regel in die Arbeitsphasen zwischen zwei Projektförderungen. Mit den Stipendien für Darstellende Künste will die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS diese strukturelle Förder-Lücke schließen und eine fundierte künstlerische Auseinandersetzung mit komplexen Inhalten ermöglichen.

Pressekontakt:

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Dorit Schartau, Pressesprecherin
Telefon: 040 41336870
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de
Hamburg, 09. September 2025
Free Media Awards 2025 gehen an Medien und Journalist:innen aus der Ukraine, Georgien, Ungarn, Russland, Belarus und Aserbaidschan

Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die Fritt Ord Stiftung verleihen die Free Media Awards 2025 an Medien und Journalist:innen aus der Ukraine, Georgien, Ungarn, Russland, Belarus und Aserbaidschan.

Die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die norwegische Stiftung Fritt Ord vergeben in diesem Jahr die Free Media Awards an sechs Journalist:innen und Medien in Ost- und Mitteleuropa – in Anerkennung ihrer mutigen investigativen Berichterstattung unter äußerst schwierigen Umständen. Die autoritären Regime in der Region weiten ihren Einfluss aus. Zwei der diesjährigen Preisträger:innen wurden kürzlich aufgrund ihrer journalistischen Arbeit zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ausgezeichnet mit den Free Media Awards werden:

  • – Die Medien-Plattform Gwara Media aus der Ukraine
  • Mzia Amaglobeli, Journalistin and Media-Gründerin aus Georgien
  • – das investigative Online-Media Outlet Direkt36 aus Ungarn
  • – dieFotografin and Fotojournalistin Alexandra Astakhova aus Russland
  • – der Medienkanal Belarusian Investigative Center (BIC) aus Belarus
  • – die Journalistin Nargiz Absalamova aus Aserbaidschan


„Für ukrainische Journalistinnen und Journalisten bedeutet Krieg, unter Bedingungen zu berichten, die das Überleben gefährden”, sagt Serhii Prokopenko, Chefredakteur von Gwara Media. „Wir berichten nicht nur von der Front, sondern auch über Gefahren für die Demokratie selbst – Desinformation, Korruption und den Rückgang der Zivilgesellschaft. Für regionale Medien wie Gwara ist diese Auszeichnung besonders wichtig, da wir die weltweite Aufmerksamkeit auf lokale Realitäten lenken, die sonst unsichtbar blieben. Der Free Media Award zeigt uns und unserem Publikum, dass selbst in einem brutalen Krieg freier Journalismus möglich und wichtig ist“, kommentiert Serhii Prokopenko, Chefredakteur von Gwara Media.

Die Free Media Awards werden seit 2016 jährlich von der norwegischen Stiftung Fritt Ord zusammen mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS vergeben. Mit den Preisen wollen die beiden Stiftungen die unabhängige Berichterstattung in Osteuropa stärken und Journalist:innen und Redakteur:innen ermutigen, ihre Arbeit trotz Bedrohung und gewaltsamer Unterdrückung fortzusetzen.

Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 6. November, im Hamburger Rathaus statt. Zuvor tagt eine begleitende internationale Free Media Konferenz in der Patriotischen Gesellschaft in Hamburg. Beide Veranstaltungen sind Teil der „Hamburger Woche der Pressefreiheit”, die vom 2. bis 8. November 2025 in der Metropolregion Hamburg über 50 Veranstaltungen rund um das Thema Pressefreiheit, Desinformation und Medienkompetenz anbietet. Die Preisverleihung der Free Media Awards finden jährlich abwechselnd in Oslo und Hamburg statt.

Über die Preisträger:innen der Free Media Awards 2025

Gwara Media (Ukraine)
Die Medienplattform Gwara Media aus Charkiw erhält den Free Media Award für ihre mutige und faktenstarke Kriegsberichterstattung von der Front in der Ukraine. Die Plattform berichtet international über Kriegsverbrechen in der Region Charkiw. Für ihre Beiträge arbeitet sie eng mit lokalen Quellen vor Ort zusammen. Gwara Media dokumentiert dabei auch die sozialen, psychologischen und physischen Folgen des Krieges für die Bevölkerung und macht so Perspektiven sichtbar, die von großen internationalen Medien oft außer Acht gelassen werden. Neben der täglichen Berichterstattung, von der sich Gwara Media trotz Einschüchterungen und aller Gefahren nicht abhalten lässt, engagiert sich die Medienplattform auch in langfristigen Dokumentationsprojekten. Dabei zeichnet sich die Berichterstattung durch besonderen Einsatz von Bildern, Videos und Dokumentarfilmen aus. Unmittelbar nach dem Beginn der Invasion Russlands in der Ukraine initiierte Gwara Media zudem ein Faktencheck-Projekt für die Einwohner der Stadt mit dem Namen: „Perevirka – Do it together”. Als zweitgrößte Stadt der Ukraine ist Charkiw regelmäßig Ziel von russischer Propaganda sowie von Bomben und Streumunition. Serhii Prokopenko, Herausgeber von Gwara Media, gründete die unabhängige Plattform im Jahr 2015. Sie ist die einzige Redaktion in Charkiw, die auf Ukrainisch und Englisch berichtet. Gwara Media liefert ukrainische Perspektiven für das europäische Magazin-Netzwerk „Eurozine“. Gwara Media ist außerdem Mitglied des IFCN, dem International Fact-Checking Network.

Mzia Amaglobeli (Georgien)
Die Journalistin und Medien-Unternehmerin Mzia Amaglobeli ist zum Gesicht des unabhängigen Journalismus in Georgien geworden. Sie erhält den Free Media Award für ihr 25-jähriges Engagement für journalistische Integrität und ethische Standards. In dieser Zeit hat sie zwei der größten seriösen Nachrichtenplattformen des Landes gegründet: Batumelebi und Netgazeti. Beide Nachrichtenportale berichten auf Georgisch. Als Reporterin, Gründerin und Direktorin hat Mzia Amaglobeli insbesondere Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Fehlverhalten der Regierung aufgedeckt und dokumentiert. Ein weiterer Schwerpunkt der Berichterstattung ist der Kampf gegen Desinformation und Propaganda. Die 49-jährige Mzia Amaglobeli wurde im Januar 2025 während einer Protestaktion festgenommen, als sie versuchte, einen Aufkleber anzubringen, der zu einem nationalen Streik aufrief. Nach ihrer Freilassung gegen Kaution wurde sie nach einer Auseinandersetzung mit dem Polizeichef von Batumi unmittelbar erneut festgenommen. Im August wurde sie zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt, die von Menschenrechtsgruppen als politisch motiviert beurteilt wird und im Zusammenhang mit ihrem jahrelangen Kampf gegen korrupte Aktivitäten des Regimes stehe. Sie ist die erste weibliche Journalistin in Georgien, die seit der Auflösung der Sowjetunion aufgrund politisch motivierter Vorwürfe inhaftiert wurde. Im Januar und Februar trat sie für 38 Tage in den Hungerstreik, um gegen das Vorgehen der Behörden zu protestieren. Ihr Gesundheitszustand ist aktuell kritisch.

Direkt36 (Ungarn)
Direkt36 ist ein investigatives Online-Medium mit Sitz in Budapest, das Machtmissbrauch und Korruption aufdeckt. Die Plattform erhält den Free Media Award für ihre herausragenden Recherchen und Enthüllungen. Direkt36 wurde 2015 von András Pethő, Gergő Sáling und Balázs Weyer gegründet und hat sich zu einer einflussreichen investigativen Multimedia-Plattform entwickelt. Die Beiträge werden auf Ungarisch und Englisch veröffentlicht. Im Februar 2025 veröffentlichte Direkt36 den Dokumentarfilm „A Dinasztia”/„Die Dynastie” über das Finanzimperium der Familie Orbán. Der Film bietet beispiellose Einblicke in Reichtum und Vermögen eines engen Kreies rund um Ministerpräsident Viktor Orbán. Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Veröffentlichung wurde der Film auf YouTube eine Million Mal gesehen und bis heute fast 3,9 Millionen Mal aufgerufen. Der Dokumentarfilm hat in Ungarn eine große öffentliche Debatte ausgelöst. Direkt36 steht zudem hinter zahlreichen Berichten über Cyberüberwachung, russische Hackerangriffe oder die Ausbreitung von Infektionenskrankheiten in ungarischen Krankenhäusern. Die Plattform leistet einen aktiven Beitrag zur internationalen journalistischen Zusammenarbeit unter Schirmherrschaft des International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und des Organised Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP)und hat bei grenzüberschreitenden Projekten mit Le Monde in Frankreich und dem portugiesischen Expresso zusammengearbeitet. Trotz fortlaufender Angriffe von Politik und staatlich kontrollierten Medien arbeitet Direkt36 entschlossen weiter.

Alexandra Astakhova (Russland)
Die russische Fotografin und Fotojournalistin Alexandra Astakhova erhält den Free Media Award für ihre eindrucksvolle Dokumentation von Gerichtsverfahren gegen politische Gefangene in Russland. Viele unabhängige Journalist:innen und Fotograf:innen haben Russland mit dem Beginn des Angriffskrieg gegen die Ukraine verlassen; viele andere wurden verhaftet und verurteilt oder warten in russischen Gefängnissen auf ihre Gerichtsverfahren. Alexandra Astakhova aber blieb in Russland. Als Freiberuflerin erzählt sie seitdem mit Bildern und Worten die Geschichte von Menschen, die in Zeiten von Russlands Krieg strafrechtlich verfolgt werden. Von 2022 bis 2025 dokumentierte sie so unzählige Prozesse gegen Menschen, die wegen ihrer Arbeit oder ihrer Äußerungen vom Staat verfolgt wurden. Alexandra Astakhova fotografiert das Leben politischer Gefangener für die Weltöffentlichkeit und lässt ihnen dabei stets Würde und Menschlichkeit. Ihre Arbeit ist dabei mit erheblichen persönlichen und beruflichen Risiken verbunden.

Belarusian Investigative Center (Belarus)
Das Belarusian Investigative Center (BIC), das derzeit aus dem Exil in Warschau arbeitet, erhält den Free Media Award für seine tiefgründigen Recherchen, Analysen und Nachrichten. In Bezug auf den investigativen Journalismus hat das BIC neue Standards in Belarus gesetzt. Seit 2020 konzentriert sich das BIC neben der Aufdeckung von staatlicher Korruption und Fake News darauf aufzudecken, wie verschiedene Akteur:innen in der Region die Sanktionen umgehen, die aufgrund des russischen Krieges in der Ukraine und der Beteiligung von Belarus verhängt wurden. Das BIC wurde 2018 gegründet. 2021 sind belarussische Behörden gegen das Zentrum vorgegangen und zwangen es somit ins Exil. Das Online-Webportal arbeitet seitdem mit einem erfolgreichen YouTube-Kanal und produziert verschiedene Programme, die Nachrichten und Wirtschaftsanalysen produzieren und über die Entlarvung von Fake News in Russland und Belarus berichten. Das Zentrum berichtet in drei Sprachen: Belarussisch, Russisch und Englisch. Das Belarusian Investigative Center ist Mitglied des Global Investigative Journalism Network (GIJN) und des Organised Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP). Das BIC ist seit Beginn des russischen Krieges Russlands gegen die Ukraine auch wichtiger Partner für ukrainische Medien.

Nargiz Absalamova (Aserbaidschan)
Die Journalistin Nargiz Absalamova aus Aserbaidschan erhält den Free Media Award für ihre mutige Berichterstattung und Kurzdokumentationen für Abzas Media. Sie widmet sich dabei insbesondere den Themen Klima, Korruption und soziale Rechte. Sie gibt Menschen aus benachteiligten lokalen Gemeinschaften eine Stimme, auch Frauen und Jugendlichen, die Diskriminierung ausgesetzt sind. Ihre Videoberichte erreichen Millionen Zuschauer in sozialen Medien und wirken damit auf und in die Zivilgesellschaft. Ihr Equipment und ihre Kamera wurden von den Behörden beschlagnahmt; mehrfach wurde sie Opfer von Polizeigewalt. Am 1. Dezember 2023 wurde Nargiz Absalamova¸ damals 25 Jahre alt, verhaftet. Im Juni 2025 wurde sie zu acht Jahren Haft verurteilt, nachdem ihr schwerwiegende Delikte wie illegale unternehmerische Tätigkeit, Steuerhinterziehung und Geldwäsche vorgeworfen wurden. Insgesamt neun Journalistinnen wurden in den vergangenen Monaten in Aserbaidschan wegen angeblicher Finanzdelikte inhaftiert. Internationale Medienorganisationen kritisieren, dass diese Angriffe auf weibliche Journalistinnen der Versuch seien, ihre Arbeit und Sichtbarkeit einzuschränken.

Die Jury der Free Media Awards 2025
Alle Kandidat:innen und Redaktionen wurden von internationalen Institutionen und Organisationen, die in Ost- und Mitteleuropa tätig sind, oder von Expert:innen für diese Region nominiert. Die internationale Jury, die die diesjährigen Preisträger:innen ausgewählt hat, besteht aus: Alice Bota (Osteuropa-Korrespondentin der ZEIT), Juri Durkot (ukrainischer Journalist und Übersetzer), Attila Mong (Europa-Vertreter des Komitees zum Schutz von Journalisten in Berlin), Guri Norstrøm (Auslandskorrespondent des norwegischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks NRK), Martin Paulsen (Leiter der Abteilung für Fremdsprachen an der Universität Bergen), Inna Sangadzhieva (Direktorin für Europa und Zentralasien beim Norwegischen Helsinki-Komitee) und Silvia Stöber (Reporterin und Redakteurin bei der ARD Tagesschau).

 

Pressekontakt:
ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Jessica Staschen, Bereichsleiterin Presseförderung & Kommunikation
Telefon: 040 4133 871
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de

Hamburg, 09. September 2025
Free Media Awards 2025 to journalists and media outlets from Ukraine, Georgia, Hungary, Russia, Belarus and Azerbaijan

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS and Fritt Ord Foundation hereby announce that the Free Media Awards for 2025 will be presented to media outlets and journalists from Ukraine, Georgia, Hungary, Russia, Belarus and Azerbaijan.

The press prizes are being awarded to six independent media outlets and journalists in eastern and central Europe in recognition of their valiant investigative journalism under exceedingly difficult circumstances. The authoritarian regimes in the region are expanding their reach, and two of this year's prize laureates have recently been sentenced to several years in prison as a result of their journalistic endeavours.

This year's prize laureates are:

  • – the media platform Gwara Media from Ukraine
  • – journalist and media founder Mzia Amaglobeli from Georgia
  • – the investigative online-media outlet Direkt36 from Hungary
  • – photographer and photojournalist Alexandra Astakhova from Russia
  • – the media channel the Belarusian Investigative Center from Belarus
  • – journalist Nargiz Absalamova from Azerbaijan


”For Ukrainian journalists, war means reporting under conditions of survival. We not only cover the frontline but also risks to democracy itself – disinformation, corruption, and shrinking civil society. For regional media like Gwara, this award is especially vital, as we bring global attention to local realities that would otherwise remain invisible. The Free Media Award tells us and our audience that even in a brutal war, free journalism is possible and important," comments Serhii Prokopenko, editor-in-chief of Gwara Media.

The Free Media Conference will be held at Patriotische Gesellschaft in Hamburg on Wednesday, 5 November, and the awards ceremony will be arranged at the Hamburg City Hall on Thursday, 6 November. Both events will be organised in conjunction with 'Freedom of the Press Week' in Hamburg from 2 to 8 November 2025. The conference and the awards ceremony are organised in Oslo and Hamburg in alternate years.

The recipients of the Free Media Awards for 2025 – background and the jury's grounds for the awards:

Gwara Media (Ukraine)
Kharkiv-based Gwara Media is receiving a Free Media Award for its fact-based war reporting from the frontlines in Ukraine. This media platform discloses war crimes committed in Kharkiv Oblast, consistently working with local sources to produce its news coverage. Several of its reports have documented the social, psychological and physical consequences of the war on the local population, rendering visible perspectives that are often marginalised by leading international media. In addition to daily news reports in which Gwara Media demonstrates its staunch perseverance in the face of threats, emergency situations and war, the media platform engages in long-term documentation projects. It also excels in the use of images, videos and documentary films. In the immediate aftermath of Russia's invasion of Ukraine, Gwara Media initiated an fact-checking project entitled 'Perevirka Do it together' for the city's residents. As the second-largest city in Ukraine, Kharkiv has regularly been a target for Russian propaganda, bombs and cluster munitions. Serhii Prokopenko, the current editor of Gwara Media, established the independent platform in 2015. It is actually the only Kharkiv-based newsroom that reports in Ukrainian and English. Gwara Media provides Ukrainian perspectives to the European magazine network Eurozine, which publishes articles on European culture and politics. It is also a member of IFCN, the International Fact-Checking Network.

Mzia Amaglobeli (Georgia)
Journalist and media founder Mzia Amaglobeli has become the face of independent journalism in Georgia. She is receiving a Free Media Award for 25 years of commitment to journalistic integrity and ethical judgement, during which time she has established two of the most popular and trusted news platforms in the country: Batumelebi and Netgazeti. These news portals are published in Georgian. In various roles as reporter, founder and director, Mzia Amaglobeli has documented human rights abuses, corruption and poor political governance. The fight against disinformation and propaganda is strong in Batumelebi and Netgazeti, which have endured persecution under three governments. Mzia Amaglobeli, age 49, was arrested this past January during a protest against the authorities when she tried to put up a sticker calling for a national strike. After being released on bail, she was subsequently re-arrested after an argument with the chief of police in Batumi. In August, she received a two-year prison sentence in what human rights groups deem to be a politically motivated case. She is the first female journalist in Georgia to be jailed on politically motivated charges since the dissolution of the Soviet Union. She went on a hunger strike to protest against the authorities for 38 days in January and February this year, and her health is currently in a critical state.

Direkt36 (Hungary)
Direkt36 is an investigative online media outlet based in Budapest that exposes abuses of power as well as corruption. The platform is receiving a Free Media Award for its powerful in-depth journalism. Established by András Pethő, Gergő Sáling and Balázs Weyer in 2015, Direkt36 has evolved into a high-impact investigative multimedia platform. All material is published in Hungarian and English. This February, Direkt36 published the documentary film 'A Dinasztia'/'The Dynasty' in which the journalists investigate the financial empire built by the Orbán family. The film provides an unprecedented view of the wealth accumulated in Prime Minister Viktor Orbán's inner circle. Within 24 hours of its release, the film on YouTube had one million views, and it has been viewed nearly 3.9 million times by today. The documentary has sparked serious public discussions in Hungary. Direkt36 is behind many significant disclosures about cyber surveillance, Russian hacking operations, and the spread of infections in Hungarian hospitals. The platform actively contributes to international journalistic collaboration under the auspices of the International Consortium of Investigative Journalists and the Organised Crime and Corruption Reporting Project, and it has collaborated with French Le Monde and Portuguese Expresso on cross-border projects. In the face of constant attacks from politicians and government-controlled media, Direkt36 stands firm.

Alexandra Astakhova (Russia)
Russian photographer and photojournalist Alexandra Astakhova is receiving a Free Media Award for her fearless documentation of court cases against political prisoners in Russia. While many independent journalists and photographers left Russia when the country initiated war against Ukraine in 2022, many others were arrested and convicted, or are still awaiting sentencing in Russian prisons for their professional journalism. Alexandra Astakhova remained in Russia. As a freelancer, she uses images and words to tell the story of people prosecuted in Russia in wartime. From 2022 to 2025, she covered the majority of trials of those being persecuted by the state for their work or for their words. Always maintaining a human touch, Alexandra Astakhova photographs the lives of political prisoners for the world to see, exposing what they go through, politically and socially in these extraordinary times. This important work translates into significant personal and professional risk.

Belarusian Investigative Center (Belarus)
The Belarusian Investigative Center (BIC), currently working in exile in Warsaw, is the recipient of a Free Media Award for its in-depth analyses and news. When it comes to investigative journalism, the BIC has ushered in a new chapter in Belarusian journalism. Since 2020, in addition to exposing state corruption and fake news, the Belarusian Investigative Center has focused on how various actors in the region have circumvented restrictive sanctions imposed due to Russia's warfare in Ukraine and Belarus' involvement there. The Belarusian Investigative Center was established in 2018. The Belarusian authorities cracked down on the Center in 2021 as part of assaults on independent journalism, forcing the Center into exile. Belarusian Investigative Journalism is an online web portal with a popular YouTube channel. BIC produces several programs that provide news coverage, economic analyses and the discrediting of fake news in Russia and Belarus. The Center publishes in three languages: Belarusian, Russian and English. The Belarusian Investigative Center is a member of the Global Investigative Journalism Network and the Organised Crime and Corruption Reporting Project.

Nargiz Absalamova (Azerbaijan)
Journalist Nargiz Absalamova from Azerbaijan is being presented with a Free Media Award for her courageous reports and short documentaries in Abzas Media. She has dedicated herself to covering climate issues, corruption and social rights in particular. She has given a voice to people from vulnerable local communities as well as to women and young people who are victims of discrimination. Her video reports have received millions of views on social media, and they have had a positive impact. Her camera has been confiscated by authorities and she has been subjected to police brutality on a number of occasions. On December 1, 2023, Nargiz Absalamova, age 25, was arrested. In June 2025 she was sentenced to eight years in prison after she was accused of charges like illegal entrepreneurship, tax evasion and money laundering. As many as nine female journalists have been jailed on financial charges in Azerbaijan in recent months. International media organisations have pointed out that those attacks on female journalists were attempts to remove them from public life.

Jury:
All candidates were nominated by international institutions and organisations that are active in eastern and central Europe, or by experts on the region.The international jury that selected this year's prize laureates consisted of Alice Bota (Eastern Europe correspondent for Die ZEIT), Juri Durkot (Ukrainian journalist and translator), Attila Mong (Berlin-based representative in Europe for The Committee to Protect Journalists), Guri Norstrøm (Foreign correspondent for Norwegian public broadaster NRK), Martin Paulsen Head of the Department of Foreign Languages at the University of Bergen), Inna Sangadzhieva (Director for Europe and Central Asia at the Norwegian Helsinki Committee)  and Silvia Stöber (reporter and editor for ARD Tagesschau).

 

Hamburg, 04. September 2025
Hamburger Woche der Pressefreiheit –
Programm der Aktionswoche vom 2. bis 8. November jetzt online

Aktionswoche zum Themenschwerpunkt Pressefreiheit, Desinformation und Medienkompetenz vom 2. bis 8. November

Sieben Tage Programm mit über 50 Einzelveranstaltungen / Kostenlose Events speziell für Schüler:innen, Studierende und Hamburger Bürger:innen / Breites Bündnis von über 40 Partner:innen aus Medien und Zivilgesellschaft gestaltet Aktionswoche

Für die Demokratie sind freie Medien und vielfältige Berichterstattung ebenso essenziell, wie gut informierte Bürger:innen, die Informationen hinterfragen und kritisch einordnen können. Doch die Pressefreiheit und Medienvielfalt sind bedroht – nicht nur weltweit, sondern auch in Deutschland. Medienschaffende erleben vermehrt Angriffe und Einschüchterungen, Medienhäuser geraten finanziell unter Druck, immer mehr Lokalzeitungen verschwinden. Zudem erschweren Falschinformationen, manipulierte Inhalte und KI-generierte Bilder die Arbeit vieler Medienschaffender. Auch für Bürger:innen wird es immer schwieriger seriöse Nachrichten von Fakenews und bewusster Desinformation zu unterscheiden. Woran erkennt man manipulierte Videos oder Fotos? Wie kann ich Quellen nachvollziehen und verifizierte Informationen und objektive Tatsachen von Propaganda unterscheiden? Und was bedeutet all das für die Demokratie?

Mit diesen Fragen befasst sich die Hamburger Woche der Pressefreiheit, die initiiert von der Körber-Stiftung und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS bereits zum dritten Mal stattfindet. Vom 2. bis 8. November 2025 heißt es wieder: Gemeinsam für die Pressefreiheit! Im Fokus stehen Angebote, die Nachrichten- und Medienkompetenz fördern, indem sie über Desinformation aufklären und zeigen, worauf es ankommt, um vertrauenswürdige Quellen und Medien zu erkennen. Mehr als 40 Partner:innen – darunter der Norddeutsche Rundfunk (NDR Info) und STRÖER Media als Gründungspartner – beteiligen sich an der Aktionswoche, die dezentral an vielen Orten in der Hamburger Metropolregion ein breites kostenloses Programm für alle Altersgruppen bietet. Angesprochen sind Schüler:innen und Jugendliche, Studierende wie ältere Menschen, Menschen mit und ohne Vorkenntnisse, auch Fachjournalist:innen und Expert:innen.

Das gesamte Programm der Hamburger Woche der Pressefreiheit finden Sie ab sofort online hier

Prof. Manuel Hartung, Vorsitzender des Vorstands der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: „Eine wehrhafte Demokratie braucht eine informierte Öffentlichkeit – Menschen, die Quellen hinterfragen, Bilder kritisch einordnen und sich auf Grundlage verlässlicher Informationen eine eigene Meinung bilden können. Nachrichtenkompetenz wird damit zur Schlüsselkompetenz in unserer Informationsgesellschaft. Dass wir in der Hamburger Woche der Pressefreiheit gemeinsam mit über 40 Partnerinnen und Partnern mit niedrigschwelligen Angeboten Medienkompetenz für alle Altersgruppen in der Fläche stärken, ist ein starkes Zeichen. Als ZEIT STIFTUNG BUCERIUS fördern wir Nachrichtenkompetenz an 365 Tagen im Jahr, lokal z.B. mit unserem Aktionslabor, künftig auch als Vorreiter mit dem ersten Zentrum für Visuelle Medien in den Deichtorhallen.“

Eva Nemela, Vorständin der Körber-Stiftung: „Pressefreiheit ist ein Fundament der Demokratie. Weltweit erleben wir eine beunruhigende Zunahme von Repressionen gegenüber Medienschaffenden. In unserer Stiftungsarbeit sehen wir, welche wichtige Rolle der Exiljournalismus im Kampf gegen Autokratien und Desinformationskampagnen spielt. Mit der Hamburger Woche der Pressefreiheit setzen wir ein klares Zeichen für faktenbasierten Journalismus, gegen Desinformation und für den Schutz von Medienschaffenden.“'

Eine Woche Programm mit über 50 Veranstaltungen

Geplant ist ein Programm mit internationalen und nationalen Größen aus Politik, Medien und Gesellschaft sowie mit vielen kostenlosen Angeboten für Schüler:innen, Studierende, Lehrkräfte und Bürger:innen – insgesamt mehr als 50 Einzelveranstaltungen an sieben Tagen. Los geht es zum Auftakt der Aktionswoche am Sonntag, 2. November, mit einer prominent besetzten Live-Sendung beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) u.a. mit dem News-Influencer Fabian Grischkat und der US-amerikanischen Digital-Expertin Nina Jankowicz, moderiert von tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni. Am 3. November lädt Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, Jugendliche zu einem Senatsempfang ins Hamburger Rathaus. Das Programm bietet zudem zahlreiche Workshops, sowohl online als auch analog, Newscamps, hochkarätige Panel-Talks, Keynotes und Fishbowl-Veranstaltungen, spannende Diskussionen, Live-Podcasts, Konferenzen, Mitmach-Aktionen, Stadtrundgänge und Bühnenprogramme. Mit dabei u.a. der deutsch-türkische Journalist Deniz Jücel, Fernsehmoderatorin und Journalistin Caren Miosga und Schriftstellerin Thea Dorn.

Die Haspa bietet zusammen mit der Bildungsinitiative Spreuweizen und dem Hamburger Abendblatt niedrigschwellige Workshops in ihren Filialen von Ahrensburg bis Harburg an. Auch in einigen Hamburger Bücherhallen finden Newsclasses für Schüler:innen statt. Die ARD veranstaltet mit 130 jungen Medienschaffenden eine zweitägige Konferenz zur Zukunft des Journalismus in der Bucerius Law School. NDR Info und NDR Hamburg, RTL Nord, das ZDF Hamburg, DER SPIEGEL und weitere Medienorganisationen laden zu Redaktionsbesuchen und spannenden Einblicken hinter die Kulissen ein. Ströer bringt eine begleitende Aufmerksamkeitskampagne auf den digitalen Stadtinformationsanlagen in das gesamte Hamburger Stadtgebiet.

Zwei besondere Highlights tragen die beiden Initiatorinnen zum Programm bei: Mit dem Exile Media Forum am Dienstag, 4. November, und dem Exile Media Lab am Mittwoch, 5. November, veranstaltet die Körber-Stiftung Deutschlands größte Fachkonferenz für Exiljournalismus, mit einer Keynote der sudanesischen Exiljournalistin Amal Habani. Bei der hochkarätigen Verleihung der „Free Media Awards 2025“ am Donnerstag, 6. November, im Hamburger Rathaus zeichnen die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und die norwegische Stiftung Fritt Ord herausragende Journalist:innen aus Osteuropa aus, einige davon sitzen aktuell aufgrund ihrer Berichterstattung in Haft. Zuvor findet eine begleitende internationale Konferenz statt.

Starke Partner:innen der Aktionswoche

Die Aktionswoche auf Initiative der Körber-Stiftung und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS wird von einer breiten Allianz von mehr als 40 Partner:innen aus Medien, NGOs, Stiftungen, Vereinen und Politik getragen. Gemeinsam stärken sie in der Hamburger Stadtgesellschaft – und darüber hinaus – das Bewusstsein für die Bedeutung von freier Berichterstattung, Meinungsfreiheit und Medienkompetenz für die Demokratie. Dazu gehören neben den beiden Initiatorinnen Körber-Stiftung und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS: Alfred Toepfer Stiftung, Altonaer Museum, ARD, Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg, Bücherhallen Hamburg, Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung, Correctiv, DER SPIEGEL, Deutscher Journalistenverband (DJV Nord), Deutsche Presse-Agentur (dpa), DIE ZEIT, Hamburger Abendblatt, Hamburger Presseclub e.V., Hamburg Media School, Hamburger Sparkasse (Haspa), Headliner, Interlink Academy for International Dialog and Journalism, Journalismus macht Schule, JX Fund, laif Foundation for independent photojournalism, Leibniz Institut für Medienforschung/ Hans Bredow Institut, Netzwerk Recherche, Neue deutsche Medienmacher:innen, Norddeutscher Rundfunk (NDR Info), North Data, Report:innen Forum, RSF Reporter ohne Grenzen, RTL Nord, Rudolf Augstein Stiftung, Salon 5, Sinnflut – Zukunft gesunde Stadt, SPREUWEIZEN, Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, Stattreisen Hamburg, Stiftung Freedom of Expression, Ströer, TIDE TV / FAMM, Transparency International Deutschland, #UsetheNews, VOCER Institut für Digitale Resilienz, Weltreporter, Woche der Meinungsfreiheit und das ZDF Landesstudio Hamburg.

Unterstützung erhält die Aktionswoche in besonderem Maße durch seine Hauptpartner NDR Info und Ströer. NDR Info, das Informationsprogramm des Norddeutschen Rundfunks, stärkt mit seinen Veranstaltungen und begleitenden Programmangeboten in Hörfunk, Fernsehen und Online die Bedeutung der Pressefreiheit für Demokratie und gesellschaftlichen Diskurs. Neben Angeboten wie der Auftaktveranstaltung, einem Live-Podcast und NDR-Workshops zu Medienkompetenz beteiligen sich auch die NDR-Regionalstudios Lübeck und Lüneburg an der Aktionswoche.

Informationen zum Netzwerk und alle Partner:innen, die neben den beiden Initiatorinnen Körber-Stiftung und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS die Hamburger Woche der Pressefreiheit unterstützen, finden Sie unter: https://www.pressefreiheit.hamburg/ueber-die-veranstaltung/

 

Pressekontakt:

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Dorit Schartau
Telefon: 040 – 41 33 68 70
E-Mail: presse@zeit-stiftung.de


Körber-Stiftung
Claudia Bestenbostel
Telefon: 040 – 80 81 92 227
E-Mail: bestenbostel@koerber-stiftung.de

 

Hamburg, 29. Juli 2025
HAUS DER PHOTOGRAPHIE und ZEIT STIFTUNG BUCERIUS – erstes Zentrum für Bild-Medienkompetenz in Deutschland

Die DEICHTORHALLEN HAMBURG und die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS realisieren ein einzigartiges neues Zentrum für Visuelle Medien im HAUS DER PHOTOGRAPHIE in Hamburg. Ziel ist die niedrigschwellige Förderung von Medienkompetenz, die Bild, Foto und Text zusammendenkt.

Gemeinsam mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS gründen die DEICHTORHALLEN HAMBURG ein neues Zentrum für Visuelle Medien im HAUS DER PHOTOGRAPHIE. Geplant ist das Zentrum als ein Ort des Austauschs und der Debatte, künstlerisch-wissenschaftlicher Recherche und Produktion, an dem sich die Analyse gesellschaftsprägender medialer Phänomene und Umbrüche mit einem innovativen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm verbindet. Dazu sollen Workshops, Symposien und Vorträge stattfinden. Ergänzend bieten aktivierende Bildungsformate unterschiedlichen Zielgruppen – besonders Jugendlichen und älteren Menschen – einen niedrigschwelligen Zugang zu Bild- und Medienkompetenzen.

Die Eröffnung des Zentrums für Visuelle Medien als eigenständiger räumlicher Bereich im HAUS DER PHOTOGRAPHIE ist für 2028 geplant. Es bildet einen Schwerpunkt innerhalb des umfassenden Vermittlungsprogramms zur Fotografie in den DEICHTORHALLEN HAMBURG. Kooperationen mit Hamburger Schulen, Hochschulen und Bildungsinstitutionen sollen das Zentrum fest in der Hamburger Stadt und der Mitte der Gesellschaft verankern. 

„Eine wehrhafte Demokratie braucht eine informierte Öffentlichkeit – Menschen, die Quellen hinterfragen, Bilder kritisch einordnen und sich auf Grundlage verlässlicher Informationen eine eigene Meinung bilden können. Das geplante Kompetenz-Zentrum setzt genau an diesem Punkt an. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit den Deichtorhallen hier einen einzigartigen Ort in Deutschland zu schaffen, der als Vorreiter für den Medienstandort Hamburg, aber auch weit darüber hinaus wichtige Impulse setzen kann und soll. Prof. Manuel J. Hartung, Vorstandsvorsitzender der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

„Das neue Bild- und Kompetenzzentrum im HAUS DER PHOTOGRAPHIE stellt die drängenden Fragen visueller Kulturen unserer Gegenwart in den Mittelpunkt: Welche Bedeutung kommt der Fotografie im Zeitalter von KI, Deepfakes und Desinformation zu? Wie wandelt sich das Medium – einst das Leitbild visueller Wahrhaftigkeit – unter den Bedingungen digitaler Transformation? Die Zusammenarbeit mit unserer neuen Partnerinstitution, der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, ist ein deutliches Signal: für eine zeitgemäße Aufklärung über die Bildwelten des 21. Jahrhunderts und für ein vertieftes Verständnis ihrer gesellschaftlichen Relevanz.“ Dr. Dirk Luckow, Intendant der DEICHTORHALLEN HAMBURG

Warum das neue Zentrum? Die neue Rolle des fotografischen Bildes in der vernetzten Gesellschaft

Insbesondere in Sozialen Medien verändern gezielte Fehlinformation, manipulierte Inhalte und KI-generierte Bilder die Art und Weise, wie wir Informationen wahrnehmen und bewerten. Dabei hat sich die Beziehung zwischen Wirklichkeit und Medium fundamental weiterentwickelt: von der Dokumentation physischer Realität hin zu einer komplexen Wechselwirkung, in der vernetzte Fotografie gesellschaftliche Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern mitgestaltet. Virale fotografische Bilder bestimmen Aufmerksamkeit, Kommunikation und Wahrnehmung.

Gerade in Zeiten von Desinformation, zunehmender Beeinflussung und Monopolen globaler Techkonzerne ist die Fähigkeit, Bilder „lesen“ und Fake von Realität unterscheiden zu können, essenziell für die selbstbestimmte Teilhabe in der demokratischen Gesellschaft. Genau hier setzt das neue Forum für Visuelle Medien von ZEIT STIFTUNG BUCERIUS und den DEICHTORHALLEN HAMBURG an. Beide eint das übergeordnete Ziel: gesellschaftliche Umbrüche zu reflektieren, eine offene Diskussionskultur zu verteidigen und Menschen mit ganz unterschiedlichem Mediennutzungsverhalten zu einer selbstbestimmten Teilhabe in einer demokratischen Gesellschaft zu befähigen. Dies entspricht auch der Gesamtstrategie der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, Freiheiten in einer liberalen Gesellschaft zu verteidigen, und ist ein wesentlicher Teil für den versierten Umgang mit Medien.

Die Zusammenarbeit von DEICHTORHALLEN und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS

Mit der substanziellen Förderung der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS kann das von den DEICHTORHALLEN HAMBURG entwickelte Konzept für das Zentrum für Visuelle Medien auf hohem Niveau umgesetzt werden. Darüber hinaus bringt sich die Stiftung mit ihrer Expertise aus den verschiedenen Feldern ihres zivilgesellschaftlichen Engagements, insbesondere im Bereich der Nachrichten- und Medienkompetenz, inhaltlich in die Ausgestaltung des Gesamtkonzepts ein.

Als Kuratorin des Hauses der Photographie übernimmt Nadine Isabelle Henrich die Leitung des neuen Zentrums für Visuelle Medien. Zudem wird es einen Beirat geben. Die Programmvision und jährliche thematische Schwerpunkte des Forums werden in Synergie mit dem Ausstellungsprogramm und im Dialog mit dem Beirat konzipiert.

 

PRESSEMATERIAL:

Bild- und Textmaterial stehen zum Download im Pressebereich auf der Website der Deichtorhallen bereit.

 

PRESSEKONTAKT:         

ZEIT STIFTUNG BUCERIUS
Dorit Schartau – Pressesprecherin
+49 40 41336 870
presse@zeit-stiftung.de

DEICHTORHALLEN HAMBURG
Astrid Umbreit                                                         
+49 40 32103 250         
presse@deichtorhallen.de        

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