Ort: Bucerius Kunst Forum, Alter Wall 12, Hamburg
Geschichten der nationalsozialistischen Verfolgung von Homosexuellen in Hamburg
„Ich bitte daher höfl. darum, die Anklage lediglich auf § 175 zu beschränken und den Rückfall in eine alte Gewohnheit als das anzusehen, was es war, als das Vergehen eines in sexueller Beziehung zeitweilig willensschwachen Menschen und nicht als Verbrechen.“ Aus dem Gnadengesuch von Walter Löwenthal, 6.12.1941
Mit dem Beginn des nationalsozialistischen Regimes 1933 verschärfte sich die Situation homosexueller Menschen durch systematische Verfolgung. Der § 175 des deutschen Strafgesetzbuches, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte, erhielt einen Zusatz, der für ‚widernatürliche Unzucht‘ harte Zuchthaustrafen bis zu zehn Jahren vorsah. Ansätze zur Liberalisierung des Strafrechts während der Weimarer Republik und Emanzipationsbestrebungen, wie im ‚Lila Lied‘, der Hymne von Schwulen und Lesben, zum Ausdruck kamen, wurden unterdrückt. Bei Einlieferung in ein KZ kennzeichnete ein ‚Rosa Winkel‘ auf der Häftlingsjacke die Homosexuellen. Auf der Grundlage von dokumentarischem Archivmaterial werden beispielhafte Schicksale von betroffenen Männern und Frauen erzählt.
Sprecher:innen: Tim Koller, Maik Solbach, Anne Weber und Michael Weber
Musik: Edgar Herzog (Klarinette), Jakob Neubauer (Bajan), Gunter Schmidt (Keyboard)
Szenische Einrichtung: Michael Batz
Eintritt ab 10,- €. Tickets und weitere Informationen HIER.
Das Bild zeigt die trans Frau Liddy Bacroff, deren Geschichte im Rahmen des Dokumentarstücks ebenfalls aufgegriffen und erzählt wird.